Kontrollmessungen für den gesteuerten Rohrvortrieb

Beim gesteuerten Rohrvortrieb wird die Lage und Höhe einer Voll- oder Teilschnittmaschine permanent durch ein Messsystem, bestehend aus Kreisel, Streckenmesseinheit und Schlauchwaage, bestimmt. Die Abweichungen von der im Projekt definierten Soll-Lage werden kontinuierlich angezeigt und manuell korrigiert. In regelmässigen Intervallen wird die tatsächliche Lage der Maschine geodätisch bestimmt und die Koordinaten an die Steuersoftware übergeben.
Am Altstädter Abfangkanal in Dresden, Bauabschnitt 10.5, führten wir in Kooperation mit der Braumann Tiefbau GmbH und der Firma CENTERLINE GmbH, die auch die Steuerungstechnik stellte, Kontrollvermessungen durch.


Die Sache mit der Geräteaufstellung . . .

Schon bei früheren, ähnlichen Vermessungen in Rohren und Kanälen stellte sich für uns die Frage:
Wie lassen sich Messgerät und Reflektoren für die Dauer der Messung sicher und für den Messungsablauf sinnvoll aufstellen ?

Bisher verwendeten wir normale Vermessungsstative und waren mit einigen Gegebenheiten nicht zufrieden:

  1. Eine stabile Aufstellung in Rohren ist schwierig und kann u.U. nur durch Schaffung von Aufsatzpunkten für die Stativfüße, d.h. durch Beschädigung der Rohrwandung erreicht werden.
  2. Das Passieren des Instrumentenstandpunkts für Vermesser und Helfer ist umständlich, bzw. bei Rohrdurchmesser < 1600mm kaum möglich, der logistische Ablauf der Vermessung verkompliziert sich dadurch.
  3. Eine außermittige Aufstellung, d.h. links oder rechts der Rohrachse ist nur in geringem Maße möglich. Bei der Vermessung von Rohrsträngen mit Radien erhöht sich dadurch die Anzahl der benötigten Instrumentenstandpunkte.

Werden während der Messung im Kanal noch Arbeiten durch andere Gewerke ausgeführt, verstärken sich die genannten Schwierigkeiten.

Gemeinsam mit der Firma "Produktservice Stefan Weiland" dachten wir über eine Lösung nach und innerhalb weniger Tage stand uns das erste Paar einer Gerätehalterung als Prototyp zur Verfügung. Der praktische Einsatz erfüllte unsere Erwartungen:

  1. Das Vermessungsgerät lässt sich stabil und sicher aufstellen.
  2. Der Geräte- bzw. Reflektorstandpunkt kann problemlos passiert werden.
  3. Eine Aufstellung ausserhalb der Achse des zu vermessenden Rohres oder Kanals ist mittels verschiebbarem Schlitten innerhalb des vorhandenen Querschnittes nahezu beliebig möglich.
  4. Der Aufstellort des Vermessungsgerätes lässt sich an beliebiger Stelle innerhalb des Rohres oder Kanals wählen.
Ein für uns wesentlicher Effekt der o.g. Vorteile ist, dass die Vermessung deutlich entspannter abläuft. Es besteht nicht ständig die Gefahr, des Verrückens eines Statives oder gar eines Gerätesturzes durch Unachtsamkeit seitens des Vermessers oder anderer Personen. Unterbrechungen des Messungsablaufes verursachen keine Unsicherheiten ("Steht noch alles, wie es soll ?").


Halterung für Vermessungsgerät
Ausschnitt aus der Zeichnung zur Gebrauchsmusteranmeldung

800x600_CIMG4373.jpg Startgrube

Einstieg in die Unterwelt

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Klassisch

wie gewohnt - mit Stativ

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NEU

Prototyp der Gerätehalterung

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Einsatz

Der Vorteil bei der Messung in Radien wird auf diesem Foto deutlich.

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In der Maschine

Eingabe der Korrekturdaten

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Verbesserungen

4 Unterschiede sind zu finden.